Irland - Tour 1999 - Tag 11

Cushendall → Portrush

Wegbeschreibung Dienstag, 10.08.1999Länge
Cushendall → Glencorp → Cushendun → Runabey Head → Ballyvoy → Ballycastle → Carnduff → Ballintoy → Portbraddan → Currysheskin → Causeway Head → Bushmills → Dunluce Castle → Portrush76km
Σ587km

Ich frühstückte gemeinsam mit Alexander. Beim Auschecken ließ er sich noch ein Bett in der White Park Bay Jugendherberge reservieren, was aber nicht klappte, da dieses Hostel bereits voll war. Die Hostel-Warden rief dann noch beim Independent Hostel im gleichen Ort an und reservierte ihm dort das letzte Bett. Ich konnte mich also entscheiden, die nächste Nacht entweder in Ballycastle oder in Portrush zu verbringen.

Zunächst mußte ich mir aber Bargeld besorgen, ich hatte nur noch ein paar Münzen. Mein erster Stop nach der Abfahrt war also der einzige Geldautomat in Cushendall. Dieser war leider defekt. Ich fragte in der Bank nach dem nächsten Automaten, aber der war erst in Ballycastle. Dann fiel mir ein, daß ich ja auch noch Euroschecks dabei hatte - dadurch kam ich doch gleich noch an Bargeld. Nach dem Bankbesuch rief ich noch in Portrush im Hostel an, wo ich mir ein Bett für die Nacht sicherte.

Bis Cushendun nahm ich die etwas längere, aber flachere Strecke. Ich war beide Strecken schon gefahren, also gab es keinen Grund, die steilere Küstenstrecke zu wählen. Von Cushendun aus nahm ich die Straße um den Torr Head. Die ist landschaftlich sehr schön, aber auch mit einigen heftigen Steigungen versehen.

Gleich hinter dem Ort ging es extrem los: auf nur 200m Strecke mußten 80 Höhenmeter überwunden werden - 40 Prozent, die steilste Straße, die ich je gesehen habe. Danach wurden die Steigungen etwas harmloser, es ging immer wieder rauf und runter. Man konnte bis nach Schottland zum Mull of Kintyre sehen. Auch sonst ist es am Torr Head sehr, sehr schön, die Mühen der Steigungen wurden also belohnt.

In Ballycastle besorgte ich mir meine übliche Mittagsbrotzeit - auch wenn es noch nicht Mittags war. Dann ging es weiter an der Küste entlang. Kurz vor der Insel Carrickarade fuhr ich auf einen Parkplatz mit Aussichtspunkt. Nachdem ich ein paar Photos gemacht hatte, fragte mich ein japanisches Pärchen, ob ich sie auch photographieren könnte, was ich natürlich machte. Kaum war ich fertig damit, kamen noch zwei weitere Pärchen mit derselben Bitte.

Bei der Insel kostet nur das Parken, so daß ich als Radler ohne Eintrittsgeld hinkam. Das Besondere an Carrickarade ist nur die Hängebrücke, die hinüberführt, auf der Insel gibt es nichts besonderes zu sehen. So stellte ich mich relativ bald wieder an der Schlange an, um zurück aufs Festland zu kommen - die Brücke ist dem Ansturm kaum gewachsen. Bei der Fahrt auf der Rampe vom Parkplatz hoch zur Straße überholte ich eine fahrradschiebende Frau mit ihrem kleinen Sohn, die mir applaudierten, weil ich die Steigung fahrend hochkam.

In White Park Bay holte ich mir im Dorfladen ein Eis - es war ziemlich heiß heute, nur im Westen waren ein paar Wölkchen zu sehen. Weiter ging es die paar Kilometer bis zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Giant's Causeway. Diese Ansammlung von Basaltsäulen, die aus dem Meer aufsteigen, wird meiner Meinung nach stark überbewertet - es ist zwar nicht häßlich, aber so was besonderes ist es nicht. Nach relativ kurzer Kletterei auf den Säulen machte ich mich wieder auf den Weg.

Die Wolken im Westen vermehrten sich leider immer mehr, und außerdem zogen sie dabei auch noch nach Osten, so daß sie bald über mir waren. Während ich um die Ruinen des Dunluce Castle ging, fielen auch schon ein paar Regentropfen. Das Eintrittsgeld sparte ich mir, denn man konnte schon von außen so gut wie alles sehen. Viel ist ja sowieso nicht von der Burg übrig.

Weiter ging es nach Portrush. Dort fragte ich in der Tourist Info nach dem Weg zum Hostel. Die Auskunft war aber unbrauchbar, ich landete in einem komplett falschen Viertel. Nachdem ich dort nochmal nachgefragt hatte, wurde mir klar, daß die Dame einmal links statt rechts gesagt hatte, und das für die erste Kreuzung. Jetzt fand ich das Hostel fast auf Anhieb - ich fuhr dran vorbei, sah an der ersten Querstraße danach einen Stadtplan hängen und informierte mich nochmal.

Nach dem Auspacken und Duschen ging ich noch schnell einkaufen fürs Abendessen. Während meiner Vorbereitungen fürs Kochen kam Barbara (siehe Etappe 7/1999) in die Küche. Kurz drauf kam eine kleine Spanierin (Teresa) in den Raum. Wir begrüßten uns und überlegten dann beide, woher wir uns kannten - wir waren uns beide sicher, daß wir uns schon einmal begegnet waren. Wir haben aber nicht herausgefunden, wo und wann das gewesen sein könnte.

Wir unterhielten uns ziemlich lange. Irgendwann beschlossen wir dann, noch in den Pub zu gehen, stellten aber fest, daß das keinen Sinn mehr gehabt hätte, weil es bereits nach 23 Uhr war. Also blieben wir in der Küche hocken, bis wir uns irgendwann in die Betten verzogen.


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