Irland - Tour 1991 - Tag 30

Killary → Killary

Wegbeschreibung Donnerstag, 15.08.1991Länge
Killary Harbour → Salrock → Leenane → Kilmeelickin → Maum → Maam Cross → Derryneen → Recess → Finnisglin → Salrock → Killary Harbour80km
Σ2314km

Heute morgens ging ich wie gewünscht nochmal an die Rezeption, um die zweite Nacht zu reservieren. Während ich das passende Kleingeld raussuchte, sah ich, wie der Hostel Warden stutzte und dann aus dem Namen ACHTER den Namen WAECHTER machte. Ich wunderte mich zwar, aber dachte, daß er das am Vorabend falsch aus meinem JH-Ausweis abgeschrieben hatte.

Zur Abwechslung stand heute mal wieder eine gepäckfreie Fahrt auf dem Programm. Zunächst einmal ging es die hügelige Straße zum Lough Fee, dann an diesem entlang bis zur Hauptstraße. Ein kleines Stück weiter erreichte ich wieder den Fjord, dem ich bis Leenane folgte. Über einen kleinen Hügel ging es in das Tal des Joyce Rivers, nachdem die ganze Gegend Joyce Country benannt ist. An einem kleinen Waldweg, an dem ich kurz Pause machte, fand ich (mal wieder) massenweise Brombeeren, von denen ich eine große Portion für mein Abendessen erntete.

Weiter ging es durch die traumhafte Landschaft nach Maum und dann Richtung Maam Cross. Inzwischen war die geschlossene Wolkendecke aufgerissen, und ab und zu kam die Sonne durch. Auf dem "Paß" zwischen den beiden Dörfern machte ich eine weitere Pause - ich konnte ja sowieso erst nach 17 Uhr wieder ins Youth Hostel, also war es unnötig, daß ich mich beeile. Während ich dort saß und im Reiseführer stöberte, um die Route für die nächsten Tage zu planen, gab es eine kräftige Windboe, die mein Fahrrad umwarf. Der einzige Schaden, der entstand, war, daß meine Kamera im Sucher die falsche Zeit anzeigte (beim nächsten Filmwechsel konnte ich das wieder reparieren).

Als ich gerade in Maam Cross, einem kleinen Dorf an der Kreuzung zweier Straßen, ankam, gab es einen Regenschauer, vor dem ich in den Souvenirladen flüchtete. Außer ein paar Postkarten gab es aber nichts, was mir kaufenswert erschien - abgesehen von einem Eis. Nach dem Regenschauer ging es weiter Richtung Westen. Durch den Schauer war die Luft jetzt sehr klar, und es gab durch die dunklen Wolken und den zeitweisen Sonnenschein eine wunderbare Beleuchtung über den Seen.

In Recess flüchtete ich vor dem nächsten Schauer in den Lebensmittelladen. Da Recess der letzte Ort vor der Jugendherberge war, besorgte ich alles Nötige für das Abendessen und das Frühstück für morgen. Als auch dieser Schauer vorbei war, machte ich mich wieder auf den Weg. Am Lough Inagh gab es dann leider keinen Laden, der mir meteorologisches Asyl hätte gewähren können, als ein weiterer Regenguß mit fast schwarzen Wolken kam. Gut, daß ich die Regenkleidung im Tagesgepäck hatte!

Auch dieser Regen dauerte nicht lange, so daß ich schon bald den Plastikanzug wieder ablegen konnte. Nach einigen Kilometern kam die Sonne auch schon wieder raus. So konnte ich den wundervollen Lough Fee in schönster Beleuchtung genießen.

Zurück beim Hostel mußte ich nur noch ein paar Minuten auf die Wiedereröffnung warten. Während dieser Zeit unterhielt ich mich mit Thomas, der per Anhalter und zu Fuß unterwegs war. Beim Einchecken war für ihn kein Bett mehr frei, da er angeblich nicht reserviert hatte. Er behauptete aber steif und fest, reserviert zu haben - es stellte sich heraus, daß sein Nachname ACHTER war, und aus seiner Reservierung meine geworden war. In dem Moment klingelte dann das Telefon und eine der Reservierungen wurde gecanceled, so daß Thomas doch bleiben konnte.

Den Abend habe ich mich mit Thomas und Michael, einem deutschen Radler unterhalten. Wir einigten uns darauf, daß Michael und ich die nächste Etappe gemeinsam radeln würden und daß wir uns alle drei im Hostel bei Newport abends wieder treffen wollten.

In unserem Zimmer war auch noch ein (weißer) Südafrikaner. Der antwortete auf die Frage, was er denn beruflich mache, daß er in einem Restaurant arbeitete. Thomas meinte daraufhin "So you are a cook?", woraufhin der Südafrikaner entrüstet meinte: "No! I am not a nigger! Niggers are cooks! I am white, so I am a Chef". Daraufhin zogen wir drei es vor, uns zu dritt auf deutsch weiter zu unterhalten...


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