Wales - Tour 2000 - Tag 26

Bangor → Llandudno

Wegbeschreibung Mittwoch, 16.08.2000Länge
Bangor → Llandegai → Abergwyngregyn Llanfairfechan → Penmaenmawr → Dwygyfylchi → Conwy → Deganwy → Llandudno36km
Σ1447km

Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich noch von Mike, dann ging es bei schönem Wetter los. Ich wollte nochmal versuchen, das am Weg liegende Pen-rhyn-Castle zu besuchen, stellte aber fest, daß heute erst um 12 Uhr aufgemacht wird. Da hätte ich über zwei Stunden warten müssen, also verzichtete ich auf die Besichtigung, das Schloß ist sowieso ein "Neubau".

Vom Castle versuchte ich, dem National Cycle Track zu folgen, aber der führte irgendwohin, nur nicht dahin, wo ich hinwollte. Daher blieb ich dann doch auf der Hauptstraße. Dank kräftigem Rückenwind und fehlender Steigungen war ich ziemlich schnell in der Nähe von Conwy, wo die Straße durch einige Tunnels führt. Also montierte ich vorsorglich die Lampe, aber die ersten 2 Tunnel waren so kurz, daß Licht unnötig war, und der 3. und letzte, der etwas länger war, hatte eine Umgehung für Fußgänger und Radler. Direkt vor Conwy werden dann alle Radler von der A55 "geschmissen", wegen des langen Tunnels unter der Conwy Bay.

Ich fuhr also auf der kleineren A-Straße direkt in den Ort rein. Bei der Tourist-Info unterhalb der Burg parkte ich mein Rad. Dann stieg ich auf die höchsten Türme der Burg, von wo aus man eine tolle Aussicht auf die Stadtmauer und die Bucht hat. Nach der Burgbesichtigung spazierte ich durch die Gassen zu dem Turm der Stadtmauer, der der Burg gegenüberliegt, um von dort die Burg zu photographieren. Auf dem Weg dorthin holte ich mir mal wieder Bananen, die ich auf einem Mäuerchen sitzend aß. Weiter ging es auf der Stadtmauer bis zum Fluß Conwy und wieder durch die Gassen.

Als es anfing zu regnen, eilte ich zurück zum Fahrrad. Bis ich dort war, war der Schauer auch schon wieder vorbei. Ich fuhr trotzdem los, noch die letzten paar Kilometer bis zum Etappenziel nach Llandudno. Jon's Adresse fand ich aber erstmal nicht. Also fuhr ich zur Tourist Info, die aber wegen Mittagspause geschlossen war. Die Wartezeit bis zur Öffnung verbrachte ich an der Strandpromenade.

Dann bekam ich einen Stadtplan in der TI, und in den wurde mir der genaue Weg eingezeichnet. Leider fing es genau beim Verlassen der TI wieder zu regnen an. Mit dem Plan bewaffnet fand ich Jon's Wohnung dann ziemlich schnell. Der Mann, der mir öffnete, sah total anders aus als ich das vom Photo in Erinnerung hatte. Aber Jon ist total nett!

Nach einer Tasse Tee (er hatte mir zuerst Bier angeboten), als die Sonne wieder schien, fuhren wir mit dem Taxi auf den Great Orme, den Hügel beim Ort. Oben wollte er erstmal in den Pub, um sich ein Bier zu holen - ich trank nochmal Tee. Dann genoßen wir die tolle Aussicht (Zitat Jon: "This is the most beautiful place in Llandudno"). Später machten wir uns zu Fuß an den Abstieg - aus gesundheitlichen Gründen war ihm der Aufstieg zu anstrengend.

Es ging vorbei an den Anlagen der früheren Straßenbahn (Standseilbahn) zu einer Trockenskipiste und Sommerrodelbahn. Hier gab es wieder ein Lokal, wo Jon sich noch ein Bier holte und ich eine Limo. Er bestand auch hier darauf zu zahlen, nachdem ich schon versprochen hatte, fürs Abendessen zu sorgen (das hatte ich schon versprochen, als er mir das erste Mal, Monate vor der Tour, einen Schlafplatz anbot).

Als wir gerade wieder aufgebrochen waren, sprach uns der Fahrer eines Wagens an, der sein Fahrzeug auf die Grasböschung gesetzt hatte. Er bat um Hilfe - aber trotz kräftigen Anschiebens gelang es uns nicht, das Fahrzeug wieder flottzukriegen. Als noch ein Jeep kam, gelang es uns doch: der Jeep zog mit einem Seil und wir schoben an.

Zurück im Ort ging ich einkaufen, Jon gab mir einen Wohnungsschlüssel, weil er sich kurz hinlegen wollte. Außer dem Einkaufen erledigte ich auch noch ein paar Anrufe (zu Hause und die Reservierung fürs Hostel in Chester). Zurück in der Wohnung war von Jon nix zu hören.

Das Essen wurde sehr gut: Schwein mit Paprika-Tomaten-Sahne und Reis. Jon schlief noch, und ich nutzte die Zeit während des Essens, um im Mudcat Cafe wieder aufzuholen, was ich so versäumt hatte (Jon hat eine Flatrate, so daß ihn das nix extra kostet). Dann schrieb ich mein Tagebuch weiter.

Jon tauchte wieder auf, er entschuldigte sich, so lange hätte er gar nicht schlafen wollen. Er machte seine Portion Essen in der Mikrowelle heiß und war sehr mit meinen Kochkünsten zufrieden - weil er nicht gerne kocht, ißt er sonst fast nur Fertigmenüs. Danach unterhielten wir uns noch ziemlich lange, bevor wir uns schlafen legten - ich rollte meinen Leinenschlafsack auf dem dicken Fußbodenteppich aus, Jon brachte mir noch eine dicke Steppdecke. Dann verabschiedeten wir uns, denn ich wollte ziemlich früh aufbrechen und Jon meinte, daß er selten vor Mittag aufwacht.


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