Wales - Tour 2000 - Tag 24

Llanberis → Bangor

Wegbeschreibung Montag, 14.08.2000Länge
Llanberis → Llanrug → Portrug → Caernarfon → Bangor35km
Σ1361km

Die für heute geplante Etappe war nicht sehr lang, so daß ich mir morgens etwas Zeit ließ. Da Gudrun ihr eigenes Frühstück machte, war ich der einzige Frühstücksgast. Als ich gefragt wurde, ob ich weißen oder braunen (Weizen- oder Roggenvollkorn-) Toast möchte, erklärte ich meinen Verzicht - daß Fried Breakfast mit Cereal voraus war mir genug. In der Hoffnung, daß der Dauerregen aufhört, packte ich in aller Ruhe.

Aber ich hatte kein Glück. Ich lud im Regen auf, verabschiedete mich von Gudrun und fuhr schwomm los. Die bei Cwm-y-rug ausgeschilderte Burg stellte sich als Neubau aus den 18xx-er Jahren heraus, wodurch sie mich nicht mehr reizte.

Ich schwamm weiter nach Caernarfon. Dort parkte ich mein Rad in einer Nische der Stadtmauer. Dann besichtigte ich das riesige Castle. Der Regen stoppte ab und zu mal für ein paar Minuten. In der Hoffnung, daß er vielleicht ganz aufhören würde, ließ ich mir viel Zeit.

Ich wanderte noch etwas durch die Altstadtgassen, bevor ich mich zurück zu meinem Fahrrad begab. Als ich mich gerade wieder aufschwang, fing es wieder zu gießen an, so daß ich den kürzesten Weg zum Ziel Bangor nahm. Teilweise war die Sicht durch den Regen so schlecht, daß ich sicherheitshalber mein Licht einschaltete, um nicht übersehen zu werden.

Am Ortseingang von Bangor hörte es plötzlich auf zu regnen. Im Ort stürzte ich mich ins Einbahnstraßengewühl, ohne ein Schild zur JH gefunden zu haben. Schließlich kam ich zu einer Straße namens Pen-y-Bryn (Anfang des Hügels), da wußte ich, daß es zur JH nicht mehr weit sein konnte, denn die Adresse lautet Tan-y-Bryn (Ende/Rückseite des Hügels). Und kurz drauf sah ich auch schon das erste Hinweisschild.

Das Hostel ist ganztags geöffnet, so daß ich sofort einchecken konnte. Nachdem ich mein Gepäck im Zimmer abgelegt hatte, fuhr ich erst noch schnell zum Einkaufen in den Ort, um nicht später nochmal in die feuchten bis nassen Klamotten reinzumüssen. Das Einkaufen dauerte etwas länger, weil mir unterwegs wieder einfiel, daß ich kein Buch mehr hatte und Lesenachschub besorgen mußte. Die Buchläden waren eher am anderen Ende der High Street, so daß ich ziemlich weit laufen mußte (das Rad hatte ich am Anfang der High Street angesperrt).

Zurück im Hostel duscht ich und trank erstmal heißen Tee getrunken, um mich wieder aufzuwärmen. Danach suchte ich alles zusammen, was mal wieder gewaschen gehörte. Die Waschmaschine der JH war aber noch belegt von zwei Tourenradlern (Mike aus Australien und Andy aus England). Mit den beiden unterhielt ich mich, bis ihre Wäsche fertig war, dann kümmerte ich mich erstmal um meine. Beim Umfüllen in den Trockner merkte ich, daß eine Socke von Andy in der Waschmaschine geblieben war. Ich trocknete sie mit meiner Wäsche und sagte ihm Bescheid.

Als ich dann kochen wollte (Nudeln mit Tomaten-Bacon-Zwiebel-Sahne), mußte ich warten, denn das Küchenmesser wurde gerade von Rebecca (Maine/USA) benutzt. Auch Mike und Andy waren am Kochen, und während des Essens beschlossen wir, später gemeinsam zum Pier zu spazieren. Nach dem Abspülen taten wir das auch, eine Australierin aus Rebeccas Zimmer war auch noch mitgekommen.

Auf dem Rückweg führte Rebecca uns auf einem schmalen Pfad durchs Unterholz, bis sie plötzlich ausrutschte und den Hang bis zum Strand auf dem Bauch rutschte. Andy wollte ihr zeigen, daß man dort nicht ausrutschen kann und kam genausoschnell bäuchlings unten am Strand an. Nachdem wir uns von ihrem Überleben überzeugt hatten, überließen wir die beiden ihrem Schicksal und gingen zurück ins Hostel, um schon mal Tee zu kochen.

Dabei stieß noch ein Franzose zu uns, und nach längerer Zeit auch Andy und Rebecca, beide schlammverschmiert. Wir unterhielten uns noch ziemlich lange, bevor wir schlafengingen. In meinem Zimmer war noch ein kleiner Junge, der als letzter ins Bett ging, dann aber merkte, daß das Licht noch an war. Ich schaltete also meine Taschenlampe an und stellte sie neben dem Bett auf den Boden. Dann stieg ich nochmal aus dem Bett und knipste das Licht aus. Der Junge war ziemlich überrascht, daß es noch nicht dunkel war - er konnte die Taschenlampe nicht sehen - als ich sie ihm zeigte, wurde ihm klar, was abging.


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