Wales - Tour 2000 - Tag 20

Cynwyd → Pont-y-pant

Wegbeschreibung Donnerstag, 10.08.2000Länge
Cynwyd → Corwen → Rug → Druid → Maerdy → Ty'nant → Cerrigydrudion → Glasfryn → Rhydlydan → Pentre-foelas → Glan Conwy → Betws-y-coed → Pont-y-pant48km
Σ1186km

Heute früh um 6 Uhr wachte ich kurz auf, als Kevin aufstand, aber ich bin gleich wieder eingeschlafen. Um kurz nach 8 Uhr stand dann auch ich afu und frühstückte. Dabei durfte ich den beiden Jungs bei ihren Kinderkreuzworträtseln helfen. Außerdem unterhielt ich mich mit der Mutter und Joan.

Dann packte ich zusammen, verabschiedete mich von Joan und brach um ca. 10 Uhr auf. Nach knapp 2 Kilometern machte ich bereits den ersten Stop bei einem Briefkasten. Joan hatte mir erzählt, daß dort ein Weg zu einer kleinen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert abzweigt. Ich folgte dem Pfad durch einen Bauernhof und dann auf den Friedhof. Leider konnte man nicht in die Kapelle rein, aber durch die Fenster war etwas von der Wandmalerei zu sehen.

Nach kurzer Besichtigung fuhr ich weiter. Zwei Kreuzungen später, kurz hinter Corwen, sah ich ein Hinweisschild zur Rug Chapel. Da keine Entfernungsangabe dabei war, überlegte ich, ob ich den Umweg machen sollte - Rug Chapel hatte ich nicht im Führer gesehen. Ich entschied mich trotzdem dafür, und schon nach ca. 500 Metern war ich dort. Von außen sah die Kapelle total unscheinbar aus.

Als ich reinkam, hatte ich die Kapelle erstmal für mich allein. Ich war total überrascht, der gesamte Innenraum war mit reichlich bemalter Schnitzerei versehen. Das ganze stammt aus dem Jahr 1637, und die £2 Eintritt hatten sich auf jeden Fall gelohnt. Später kamen ein Kunsthistoriker und ein paar Kunstphotographen rein. Sie besprachen, wie die Kapelle photographiert werden kann, damit bei evtl. Beschädigungen im Zuge der nachfolgenden Renovierung alles wieder hergestellt werden kann. Dadurch erfuhr ich viel über die einzelnen Schnitzereien.

Weiter ging es nach Cerrigydrudion, wo ich mir im Laden mein Mittagessen besorgte. Danach hatte ich eine lange, aber nicht sehr steile Steigung vor mir, bis ich dann von Pentrefolas bergab nach Betws-y-coed rollen konnte. Dort suchte ich nach dem Spar, von dem mir Van erzählt hatte, um fürs Abendessen einzukaufen - es war der letzte größere Ort auf dieser Etappe. Ich fand ihn auch, aber er war am Aufgeben und hatte wegen "Closing Sale" so gut wie nix mehr in den Regalen - dafür war alles auf 50% reduziert.

Ich hatte Glück und fand noch einen anderen Laden, der war zwar ziemlich teuer, aber immerhin bekam ich das, was ich wollte. Ich holte mir beim Bäcker noch ein paar Pasties und fuhr ans untere Ortsende in den Park hinter dem Bahnhof, um sie dort zu vertilgen.

Dann nahm ich die letzten paar Kilometer zum Hostel Pont-y-pant in Angriff. Bei einer Abzweigung war ein Schild zum Bahnhof von Pont-y-pant. Da ich keinen Ort sehen konnte, wollte ich dem Schild schon folgen, beschloß aber doch, erstmal noch ein bis zwei km weiterzufahren. Das war auch gut so, denn nach der nächsten Kurve war schon ein Hinweisschild zum Hostel.

Weil das noch zu war, setzte ich mich auf die Bank davor und schrieb Tagebuch und las. Nach einiger Zeit kam ein Auto mit Waliser Fahrer und 2 deutschen Mädels, die rauszukriegen versuchten, ob noch Platz war. Nach einigen Diskussionen ließen sie sich von ihrem Fahrer nach Porthmadog fahren, da ihnen das Hostel zu einsam lag (es war wirklich nix in der Nähe).

Um 16:40 Uhr machte das Hostel auf, beim Einchecken merkte das Mädl am Empfang, daß ich Deutscher bin und redete nur noch Deutsch mit mir - Antje war froh, mal wieder Deutsch reden zu können, sie war aus Frankfurt. In meinem Zimmer (bzw. Schlafsaal - ca. 20 Betten) waren haufenweise Orienteerer, unter anderem auch der Engländer, den ich schon in Abergwynant kennengelernt hatte.

Beim Warten auf die Dusche unterhielt ich mich mit einem Belgier auf Französisch. Später beim Kochen traf ich ihn wieder und unterhielt mich weiter mit ihm. Er kochte für 2 Erwachsene und 7 Jugendliche (alles Orienteerer), die ziemlich laut waren. Bei mir gab es Hühner-Ananas-Rosinen-Curry mit Reis.

Nach dem Essen sicherte ich mir ein Bett für die nächste Nacht in Llanbedr. Dann ging ich kurz Online, um Jon und Llanfair über meine Fortschritte zu informieren. Dann las ich in der Lounge, bis diese von den Belgiern gestürmt wurde, die lautstark Monopoly spielten. Als dann auch noch die Orienteering-Ergebnisse des Tages abgerufen und verkündet wurden, wurde es mir endgültig zu laut und ich verzog mich in den Speisesaal, wo ich las, bis ich ins Bett ging.


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