Wales - Tour 2000 - Tag 1

München → Alveston

Wegbeschreibung Samstag, 22.07.2000Länge
München →[S-Bahn]→ Flughafen München →[Flugzeug]→ Birmingham Airport → Hampton → Solihull → Knowle → Dorridge → Hockley Heath → Henley-in-Arden → Wootton Wawen → Stratford-upon-Avon → Tiddlington → Alveston53km
Σ53km

Zum Anfang des Urlaubs mußte ich erstmal früh aufstehen - um 4 Uhr! Um 4 Uhr 30 war ich bereit zum Aufbruch und ich erreichte leicht die S-Bahn um 4 Uhr 50 zum Flughafen. Während der Fahrt zum Flughafen bereitete ich das Radl auf den Flug vor, d.h. ich stülpte zwei Plastiktüten über die Lenkerenden und umwickelte sie dann mit Tesafilm (damit die Schalt- und Bremszüge sich nirgends verhaken können) und legte ein Handtuch über den Sattel und stülpte dann ebenfalls eine Plastiktüte darüber, die ich auch mit Tesa fixierte (ich wollte verhindern, daß mein Brooks Ledersattel zerkratzt wird).

Am Flughafen suchte ich den richtigen Schalter zum Einchecken und schloß dort die Vorbereitung des Radls ab - ich ließ den größten Teil der Luft aus den Reifen. Beim Einchecken erfuhr ich das Gewicht meiner Ausrüstung: 16kg Gepäck plus 19.2kg Fahrrad. Das Fahrrad mag sehr schwer erscheinen, aber es ist erstens ein sehr großes Exemplar (ich bin ja auch nicht der kleinste mit 1.94m), zweitens enthält das Gewicht nicht nur das Verpackungsmaterial, sondern auch ein sehr stabiles Schloß, und drittens ist das Rad auch mehr auf Stabilität als auf Leichtbau ausgelegt.

Der Sabena-Dame war das Fahrrad leicht genug, um keine Gebühr zu verlangen - im Reisebüro hatte man mir 50DM (ca. 25 Euro) pro Richtung angedroht. Sie reservierte mir aufgrund meiner langen Beine dann noch den Platz hinter dem Notausgang. Beim Einsteigen stellte sich dann aber heraus, daß die Frau einen Fehler gemacht hatte: mein Platz war leider vor dem Notausgang, so daß ich keinen Extra-Platz für meine Beine hatte.

In Brüssel hatte ich dann etwas Zeit totzuschlagen, bevor der "Anschluß"-Flug nach Birmingham zum Boarding bereit war - 3 Stunden (Dafür war der Flug aber auch ziemlich billig). Den größten Teil davon verbrachte ich mit dem Studium meines Reiseführers, aber auch mit dem Versuch, ohne belgische Franc was zu trinken zu kaufen. Irgendwann war es dann soweit, daß es tatsächlich weiterging.

In Birmingham angekommen bekam ich ziemlich schnell mein Fahrrad, und es hatte den Flug auch ohne Schäden überstanden. Auch mein restliches Gepäck war in Birmingham gelandet, so daß ich nur die Reifen aufpumpen mußte, bevor ich losfahren konnte.

In der Flughafenhalle fand ich noch einen Spar, bei dem ich mir gleich eine große Flasche Wasser holte (£ hatte ich noch vom Vorjahr vorrätig), denn ich war nicht sicher, ob die Läden am Samstag nachmittags noch aufhätten. Außerdem hatte ich ja schon in Brüssel Durst verspürt, und hier schien es ein warmer Nachmittag zu werden.

Das Linksfahren machte mir nix aus (war ja auch nicht ganz das erste Mal). Auch die Kreisverkehre bereiteten mir keine Probleme - im Gegenteil, ich finde sie wesentlich praktischer als Ampeln - als Radler braucht man fast nie anhalten. Nach einigen dieser Kreisel hatte ich es endlich geschafft, aus dem Flughafengelände zu radeln, und dann ging es auf Nebenstraßen durch kleine Ortschaften südwärts.

In Hockley Heath entschied ich mich dann doch für die Hauptstraße, denn samstags nachmittags rechnete ich nicht mit allzu viel Verkehr, und so war es dann auch. Kurz vor Henley wollten die diversen Getränke (Tee, Wasser, Saft), die ich im Laufe des Vormittags zu mir genommen hatten, wieder aus mir raus. Ich entdeckte ein Schnellrestaurant, das auch Eis verkaufte. Dort suchte ich die Toilette auf und glich anschließend den Gewichtsverlust durch ein Magnum wieder aus.

Ein Stückchen weiter fand ich in Wooton Wawen einen Obstladen, der noch offen hatte. Dort holte ich mir ein paar Bananen - eine für sofort, die anderen für Sonntag. In Stratford-upon-Avon umkreiste ich auf der Suche nach der Tourist Info die Innenstadt fast vollständig, es gibt dort ein kompliziertes Einbahnsystem. In der Information erkundigte ich mich nach dem Weg zum Backpackers Hostel. Ich bekam einen Stadtplan mit dem eingezeichneten Weg und fand damit das Hostel auch ziemlich schnell.

Leider war dort kein Platz mehr - ich hatte nicht reserviert. Aber die junge Dame am Empfang rief gleich beim etwas außerhalb gelegenen Youth Hostel an und buchte mir ein Bett. Im Youth Hostel angekommen ging ich erstmal schnell duschen. Danach packte ich meinen kompletten Krempel aus, um ihn danach neu zu packen - die Lenkertasche war für den Flug in einer der hinteren Taschen verpackt gewesen und einige andere Sachen kompakter verstaut als auf Dauer gut für sie ist.

Den Nachmittag verbrachte ich in der Innenstadt, die mit vielen Fachwerkhäuschen sehr schön ist. Nur gibt es viel zu viele Touristen, und die meisten sind nur hier, weil Shakespeare in dieser Stadt geboren wurde und aufwuchs. Dabei hat die Stadt durchaus mehr zu bieten, z.B. einen schönen Hafen am Kanal. Allerdings konnte ich kein Lebensmittelgeschäft in der Stadt finden, das noch offen gehabt hätte.

Auf dem Rückweg zum Hostel fand ich dann doch noch ein Geschäft, das zwar nicht die Riesenauswahl bot, aber doch genug für ein einfaches, aber leckeres Abendessen. Zurück im Hostel ließ ich mir erst Mal ein Bett in der Jugendherberge in Welsh Bicknor reservieren (die englischen und walisischen Jugendherbergen bieten einen kostenlosen Buchungsservice an). Danach kochte ich (Nudeln mit Zwiebelspecksahne). Während des Spülens unterhielt ich mich eine ganze Weile mit einer Französin, teils auf Englisch, teils auf Französisch.

Anschließend schrieb ich Tagebuch und markierte die Etappe auf meinen Karten. Danach ging ich ins Bett - obwohl es erst 20:30 Uhr war, war ich todmüde. Während ich mich bettfein machte, kam noch ein englischer Radler ins Zimmer, aber ich war zu k.o., um mich noch mit ihm zu unterhalten. Nachts wurde dann ziemlich oft die Tür auf- und zugemacht, was wegen des defekten Türschließers jedesmal einen lauten Schlag tat - sehr angenehm.


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